HANDWERKS-FORUM HOLZ 07.11.2025

INNOVATIVE TECHNIKEN IM HOLZBAU

Handwerks‑Forum Holzbau 2025: Was wir von japanischer Präzision, alpiner Tradition und moderner Holzbau‑Innovation lernen können

Am 7. November 2025 verwandelte sich der Campus Design+Bauen der Hochschule Coburg in einen internationalen Treffpunkt für Holzbau‑Expert*innen. Unter dem Leitgedanken

„Sollten wir den Holzbau als klimafreundliche Ressource neu denken?“

trafen traditionelle Handwerkskunst, moderne Baukultur und nachhaltige Zukunftsvisionen aufeinander.

Eingeladen waren Fachleute aus Japan, Österreich und Deutschland, die zeigten, wie viel Potenzial in Holz steckt – nicht nur als Baustoff, sondern als kulturelle Ressource, die weltweit unterschiedlich interpretiert und weiterentwickelt wird.

    Ein Blick nach Japan: Präzision, Philosophie und jahrhundertealte Baukunst

    Der Schreinermeister und Japanologe Dr. Christoph Henrichsen eröffnete das Forum mit einer beeindruckenden Reise in den traditionellen japanischen Holzbau.

    Er zeigte:

    wie jahrhundertealte Verbindungstechniken ohne Metall auskommen

    warum japanische Holzarchitektur trotz Erdbebenrisiken extrem langlebig ist

    und wie sehr Respekt vor Material, Handwerk und der Gesamtkonstruktion das Bauwesen prägt

    Sein Impuls brachte die Teilnehmenden zum Nachdenken:

    Was würde es für unsere Baukultur bedeuten, Holz wieder mit derselben Hingabe und Präzision zu behandeln?

    Moderne japanische Holzarchitektur – Tradition trifft Zeitgeist

    Darauf aufbauend präsentierte Prof. Toshiaki Kawei (Kyoto Seika University) die aktuellen Entwicklungen im japanischen Holzbau.

    Sein Beitrag zeigte:

    – wie traditionelle Handwerkskunst heute mit modernen Entwurfsansätzen verschmilzt

    – wie gestalterische Leichtigkeit, Nachhaltigkeit und Funktion zu neuen Lösungen führen

    – und wie Japan es schafft, kulturelle Identität und Zukunftsdenken im Holzbau zu vereinen

    Dieser Blick über die Grenzen hinaus machte deutlich:

    Nachhaltigkeit ist kein technisches Problem, sondern eine kulturelle Haltung.

    „Tradition trifft Innovation“ – Impulse aus Deutschland
    Seine Beispiele machten klar:
    – Traditionelle Holzverbindungen sind nicht nostalgisch, sondern hochfunktional
    – Technisches Wissen aus dem Handwerk kann moderne Produktentwicklung inspirieren
    – Energieeffizienz, Ökologie und Wirtschaftlichkeit lassen sich verbinden
    – wenn man Holz nicht als Massenprodukt, sondern als Wissensgut versteht
    Königs Vortrag schlug eine direkte Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft – und zeigte, wie wichtig handwerkliches Know‑how für Innovation ist.

    Wie sich traditionelle Systeme in heutige Bauprozesse übertragen lassen, zeigte Rainer König, H.R.W. Vollholzwandsystem Obb. GmbH.

    Holzbau neu betrachtet – ein Fazit mit Weitblick

    Die Beiträge zeigten eindrucksvoll:

    – Holzbau muss nicht neu erfunden werden – aber neu gedacht.

    – Traditionelle Techniken enthalten enormes Innovationspotenzial.

    – Alte Gebäude und bestehende Holzkonstruktionen bieten wertvolle Ressourcen.

    – Eine klimafreundliche Zukunft gelingt nur, wenn Handwerk, Forschung und Kultur zusammenwirken.

    Das Forum machte sichtbar:

    Holz ist ein Baustoff, der verbindet – Länder, Kulturen, Generationen und Zukunftsvisionen.

    Was wir daraus machen, liegt in unserer Verantwortung.

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